ECAP ist ein Protokoll, kein AgentWarden-Feature
Das Ethical Crawler Agreement Protocol entstand als eigenständiger IETF-Individual-Draft, unabhängig von AgentWarden als Produkt. AgentWarden ist eine Implementierung von ECAP, nicht sein Eigentümer.
Was ECAP löst
Ein kryptografischer Zero-Trust-Handshake zwischen einem Agenten-Betreiber und einem Zielsystem: bevor ein Agent lesen oder schreiben darf, weist er einen kurzlebigen, signierten Token vor, der Identität, Geltungsbereich und erlaubte Aktionen bindet.
Kryptografisch geprüfte Identität
Jeder Token ist mit ECDSA (P-256, ES256) signiert und an eine geprüfte Betreiber-Identität gebunden, statt sich auf einen fälschbaren User-Agent-String zu verlassen.
Least Privilege statt Blanko-Zugriff
Ein Token trägt eine explizite Scope-Liste (etwa wiki.read, wiki.write) statt pauschalem Zugriff, und ist standardmäßig auf wenige Minuten befristet.
Beweiskette statt Behauptung
Jeder Handshake, erfolgreich oder abgelehnt, wird in einer manipulationssicheren, hash-verketteten Protokollkette festgehalten, verifizierbar auch im Nachhinein.
Interoperabel statt Alleingang
ECAP ist als eigenständige Umsetzung eines Zero-Trust-Handshakes gedacht, kompatibel zu entstehenden Standards wie Web Bot Auth und der IETF-AIPREF-Arbeitsgruppe, statt als konkurrierender Alleingang.
Die Trust Registry
Der strategische Ausblick: eine föderierte, organisationsübergreifende Reputationsschicht für Agenten-Identitäten, nach dem Vorbild von MISP im klassischen Threat-Sharing zwischen CERTs.
Heute ist die Trust Registry pro Kunde isoliert: eine als bösartig markierte Identität wird sofort und ausschließlich in der eigenen Infrastruktur gesperrt. Der geplante nächste Schritt: jeder Tarpit-Fang und jeder bestätigte Missbrauchs-Alarm könnte, mit Zustimmung des Betreibers, als pseudonymisierter Fingerabdruck (gehashter Schlüssel, Kategorie, Zeitstempel, kein Rohtraffic) in ein gemeinsames Netzwerk einfließen, sodass eine bei einem Kunden enttarnte Identität automatisch bei allen anderen gesperrt ist. Datenformat und Transport würden den offenen Standards STIX 2.1 und TAXII 2.1 folgen, damit bestehende SOC-Tooling-Landschaften sich ohne Sonderintegration anschließen könnten.
Ein rein gewinnorientierter Betreiber würde die Neutralität untergraben, die ein Reputationsnetzwerk braucht. Die Absicht ist, die Registry mittelfristig als eigenständige, non-profit-nahe Struktur zu verankern, mit AgentWarden als größtem operativem Beitragszahler, nicht als alleinigem Eigentümer der Rohdaten.
ECAP begann 2025 als IETF-Individual-Draft draft-schulze-ecap-00 von Adnan Schulze-Hüneke und ist seitdem zur eigenständigen, öffentlich archivierten Referenzspezifikation ECAP/1.0 gereift: Spezifikation, Manifest und Policy-Format liegen offen auf GitHub, mit einer permanenten, zitierfähigen Zenodo-DOI und zusätzlicher Archivierung in Software Heritage.
AgentWarden liefert die produktionsnahe Referenzimplementierung des Handshakes und der Audit-Kette: eine wachsende, mehrere hundert Faelle umfassende automatisierte Testsuite, echte Signaturpruefung, echte Ketten-Verifikation und echte Policy-Auswertung gegen eine laufende Policy-Engine statt Mocks an den kryptografischen Kernpfaden.
An der Standardisierung mitwirken
Wer ECAP in eigener Infrastruktur testen oder an der Trust Registry mitarbeiten will, meldet sich direkt.